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Samstag, 19. August 2017
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Berghütten in der Schweiz PDF Drucken E-Mail

Wer schon die Gemütlichkeit und den urigen Komfort der norwegischen Hütten bei einer Wandertour genossen hat, kann sich mit den Massenlägern in manchen Hütten in den Alpen nur noch schwer abfinden. Dennoch lassen sich Hüttenübernachtungen bei mehrtägigen Wandertouren schwer vermeiden. Und zur Verteidigung der Schweizer Hütten muss man sagen, dass die meisten wenigstens ihren Charakter von Schutzhütten behalten haben, während viele Hütten in den österreichischen und deutschen Alpen sich nur noch als Gastwirtschaft (Bier und Pommes mit Dudelmusik aus den Lautsprechern!) verstehen.

Bild Binntalhütte
Binntalhütte (Wallis)
 

Es gibt gute und schlechte Schweizer Hütten, dennoch bildet sich mit der Zeit einen (natürlich subjektiven) Gesamteindruck:

  • Urige Steingebäude, passen in die Landschaft (vgl. Betongebäude in den französischen oder italienischen Alpen), manchmal auch Holzhütten

  • Der Hüttenwirt kennt sein Wandergebiet und gibt gerne wertvolle Tipps für Wanderungen. Er kann immer Auskunft über die Wettervorhersage geben.

  • Übernachtung in Matrazenlagern: Zimmer stehen selten zur Verfügung, aber die Matrazenläger sind oft in kleineren Räumen. (vgl. viele Hütten in Österreich, bei denen der gesamte Dachboden als Massenlager für 100 Personen ausgelegt ist - mein persönlicher Alptraum). Bei Hüttenrenovierungen werden oft die Schlafräume auf die modernen Bedürfnisse angepasst, d.h. verkleinert.

  • Die befürchteten Pferdedecken wurden in den letzten Jahren in vielen Hütten durch Daunendecken mit Bezug ersetzt.

  • Zum Abendessen (Nachtessen) gibt es keine Auswahl (es ist eben kein Restaurant). Der Hüttenwirt kocht ein Gericht für alle: meistens Suppe, Salat, Hauptgericht und Nachtisch. Für Vegetarier wird oft das Fleisch durch Käse oder Eier ersetzt.

  • In manchen Hütten wird man mit einem Begrüßungstee empfangen (sehr nett!)

  • Hüttenschuhe sind fast immer vorhanden (Gewichtersparnis im Rucksack)

  • Die Schweizer Hüttenwirte sind kundenorientiert (vgl. französische Hütten, bei denen der Hüttenwirt der König ist – Refuge de Valmasque in den Seealpen).


Und nun einige Fakten zu den Schweizer Berghütten:

  • SAC-Hütten
  • Bewirtung
  • Komfort
  • Lohnt es sich Alpenvereinsmitglied zu werden
  • Bezahlungsart
  • Winterräume
  • Hüttennamen
  • Cabane, Capanna, Chamanna
  • Berggasthäuser mit Matratzenlager im Tal

SAC-Hütten

Die meisten Berghütten in der Schweiz gehören dem Schweizer Alpenclub (SAC = Schweizer Alpenclub, CAS = Club Alpin Suisse bzw. Club Alpino Svizzero). Alpenvereinsmitglieder (auch von anderen Ländern) erhalten eine Ermäßigung, aber die Hütten sind auch für Nichtmitglieder offen. Einige Hütten sind private Hütten, d.h. gehören nicht dem Alpenverein (z.B. Lötschenpasshütte).

Tessin: Der Tessiner Alpenverein ist nicht mit dem zentralen Schweizer Alpenclub verbunden, d.h. im Tessin erhalten Alpenvereinsmitglieder anderer Sektionen bzw. anderer Länder keine Ermäßigung.

Reservierungen sind empfehlenswert, damit der Hüttenwirt das Essen planen kann. Reservierungen sind in der Regel kostenlos. Eine Absage wegen schlechtem Wetter ist auch ein paar Tage vor der Tour möglich.

Link SAC-Hütten:http://www.sac-cas.ch/

Link Tessiner Hütten: http://www.capanneti.ch/

Bewirtung

Die meisten Hütten sind in den Sommermonaten (Juni bis September/Oktober) bewirtet. Sie werden in der Regel von Hüttenwirten bewirtet, manchmal auch von den Sektionsmitgliedern, die sich jede Woche abwechseln (z.B. Binntalhütte, Vermigelhütte, Badushütte). Es gibt nur wenige Selbstversorgerhütten.

Alkoholische Getränke und oft hausgemachte Kuchen sind vorhanden. Abends gibt es ein Einheitsgericht für alle, d.h. man isst mit oder man verhungert. Nur wenige Hütten haben einen Raum für Selbstkocher (z.B. Spitzmeilenhütte, Boval-Hütte). Wer Geld sparen möchte, kann auf das Frühstück verzichten und stattdessen 1 L heißes Wasser für Tee und selbstmitgebrachten Müsli mit Milchpulver kaufen. Allerdings ist das Frühstück nicht vergleichbar mit dem spärlichen trockenen Brötchen mit industriellen Marmelade von den italienischen Hütten zu vergleichen: es gibt meistens auch Bergkäse, teilweise auch Müesli. In der Halbpension ist der Marschtee (süßer Früchte- bzw. Kräutertee) inbegriffen.

Komfort

Nein, es gibt kein Sofa in den Schweizer Hütten, nur harte Holzstühle, manchmal auch unbequeme Hocker.

In den Schweizer Berghütten herrschen meistens "rustikale Waschsituationen": Duschen sind selten, warmes Wasser noch seltener (was aus Umweltsicht nicht schlecht ist). Waschräume sind meistens vorhanden, sind aber oft im Keller und recht ungemütlich. Es gibt nicht immer getrennte Waschräume für Frauen. Manchmal ist der Waschraum einfach draußen (Lobhornhütte).

Zum Thema Matratzenlager und Pferdedecken: siehe oben. Ein Hüttenschlafsack ist aus hygienischen Gründen Pflicht.

In vielen Hütten gibt es Rauchverbot.

Hüttenruhe

Um 22.00 Uhr wird das Licht gelöscht. Die Wanderer werden gebeten, den Gastraum zu verlassen und schlafen zu gehen. Wanderer, die einen lange Tag hinter sich haben und am nächsten Tag früh aufstehen, sind froh drum.

In manchen Hütten ist die Hüttenruhe am Samstag um 23.00 Uhr. 

Lohnt es sich Alpenvereinsmitglied zu werden?

Mitglieder vom Deutschen Alpenverein (DAV) erhalten Ermäßigungen in den SAC-Hütten.

Eine Übernachtung mit Halbpension kostet ca. 55 CHF. Nichtmitglieder zahlen ca. 65 CHF (die Ermäßigung beträgt ca. 7 bis 12 CHF). Eine Mitgliedschaft im DAV kostet ca. 50 € im Jahr. Ab 7 – 8 Nächten im Jahr lohnt sich die Mitgliedschaft.

Allerdings können andere Gründe als die Ermäßigung zur Mitgliedschaft motivieren: Versicherungsschutz, die Bergungs-, Such- und Rettungskosten (= eine Hubschrauberrettung), alpine Ausbilung, Tourenangebote usw.

Bezahlungsart

Ausländer müssen immer bar bezahlen. Schweizer können mit einem Lastschriftformular bezahlen. Euros werden meistens akzeptiert.

In unbewirteten Hütten (z.B. Winter) wirft man das Geld mit Umschlag in den Tresor ein.

Winterräume

Die SAC-Hütten sind im Winter immer offen, denn sie sollen beim einem Wintersturm auch Schutz bieten. In der Regel ist kein spezieller Schlüssel erforderlich (Ausnahme: private Hütten der Sektionen oder andere offene Hütte in der Nahe wie bei der Badushütte). Oft ist nur ein Winterraum offen (Holz und Gas vorhanden).

Die Winterräume sind meistens in gutem Zustand (verglichen mit den verkommenen Winterräumen in manchen österreichischen Hütten wie Deferegger Haus im Großvenediger-Gebiet oder Südwienerhütte).

Hütten in Skitourengebieten sind in der Skitourensaison (Februar bis April) auch bewartet.

Bild Tuoi-Hütte
Chamanna Tuoi im Winter (Silvretta)
 

Hüttennamen

In Italien sind viele Hütten nach berühmten Bergsteigern genannt (z.B. Rifugio Comici, Rifugio Quintino Sella). In Deutschland und Österreich sind sie meistens nach der Sektion genannt (z.B. Mannheimer Hütte, Dortmunder Hütte, Münchner Haus).

In der Schweiz sollte der Personenkult in den Bergen unterbunden werden. Daher tragen die Hütten oft geografische Namen, z.B. Monte-Leone-Hütte, Binntalhütte, Bergsehütte. Ausnahmen: Chamanna Jenatsch (nach einem berühmten Bündner Politiker) und Heidelberger Hütte (die zwar auf Schweizer Boden liegt, jedoch von Österreich aus bewirtet wird).

Bild Jenatsch-Hütte
Chamanna Jenatsch (Graubünden)
 

Cabane, Capanna, Chamanna

Die französichen Hütte heißen "refuge", die Schweizer "cabane".
Die italienischen Hütten heißen "rifugio", die Schweizer "capanna" (italienisch) oder "camona" bzw. "chamanna" (räthoromanisch).

Berggasthäuser mit Matratzenlager im Tal

Wenn eine Etappe ins Tal führt oder wenn man nach einer langen Anreise keine Hüttenzustieg bewältigen man, muss man nicht in einem teuren Hotel übernachten. Viele Berggasthäuser bieten eine preiswerte Übernachtungsmöglichkeit: das Matrazenlager. Allerdings herrschen dort dieselben Bedingungen


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